Das Zarte Federgras (Stipa tenuissima) hat in den letzten Jahren einen Siegeszug in Gärten und Grünflächen angetreten. Ob dieser berechtigt oder unberechtigt ist, lässt sich sicher nicht abschließend klären. In jedem Fall gibt es dazu sehr unterschiedliche Meinungen. Aber meine Geschichte dazu will ich gern erzählen.
Auf der Bundesgartenschau in Schwerin 2009 habe ich das erste mal große Flächen mit Stipa teniussima gesehen. Und es sah wirklich schön aus, wenn der Wind über diese Flächen gestrichen ist. Ganz genau kann ich es nicht mehr zurück verfolgen, aber etwa zu dem Zeitpunkt wird der Hype um dieses Gras begonnen haben.
Am schönsten ist das Federgras oft im ersten Jahr nach der Pflanzung (siehe Bild oben). Im zweiten Jahr bleibt das alte braune Gras oft stehen und wirkt dann mit dem Neuaustrieb nicht mehr ganz so frisch grün, aber immer noch grazil. Der Standort ist nicht unwichtig. Einen ziemlich idealen Platz habe ich mal im Berggarten in Hannover gesehen. Im Eingangsbereich ist seitlich ein künstlicher Hang, der sonnig und trocken liegt. 'Nasse Füße', besonders im Winter, mag das Gras nicht. Hier erhält sich das Gras durch Selbstaussaat. Das ist sicher auch ein Punkt, dass es an einem guten Standort durch Aussaat zu einer Verjüngung kommen kann und darf. Mitunter wird es dann etwas wilder und bildet nicht mehr große Flächen, die sich seicht im Wind wiegen, sondern taucht hier und dort im Garten auf (siehe Bild unten).
Ob man das Federgras im Frühjahr einmal durchharkt oder es zurückschneidet (nach unserer Erfahrung 1-2 Handbreit) um das alte Laub zu entfernen oder gar nichts macht, ist dann sicher noch Geschmackssache. Tatsache ist, dass wir dieses Jahr rund 4x mehr verkauft haben als noch vor 10 Jahren und die Pflanze inzwischen auf Top 2 unserer Verkaufsstatistik liegt. Machen Sie sich selber ein Bild von diesem zarten Gartenlebewesen, ob es bei Ihnen ins Beet passt oder eben nicht.