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04.11.25

Anemone sylvestris - Waldanemone

Waldanemone - Anemone sylvestris mit dem Gärtner 'Back to the Roots'

Mit der Waldanemone (Anemone sylvestris) haben wir eine heimische Wildstaude, über die ich eine kleine Geschichte erzählen will. Es ist diesmal die Geschichte eines Gärtners, der sich an seine Wurzeln erinnert. Ja eigentlich sogar an Details, die teilweise schon fast vergessen sind. Doch beginnen wir von vorne:

Die Waldanemone haben wir lange Jahre als Jungpflanze zugekauft. Tatsächlich kann ich mich nicht daran erinnern, sie in meiner über dreißigjährigen Laufbahn als Gärtner jemals selber vermehrt zu haben. Dabei könnte man sie sogar auf 2 Arten vermehren. Sie macht kurze Ausläufer, die man vorsichtig aufnehmen kann und, je nach Größe, als Jungpflanze weiter kultivieren kann oder gleich topft. Oder sie wird ausgesät.

Nun kam es vor einigen Jahren so, dass der bis dato zuverlässige Lieferant keine Waldanemonen mehr anbietet. Und plötzlich besinnt man sich auf seine Wurzeln. Wie war das noch mal mit dem Vermehren von Anemone sylvestris? Das Wichtigste ist, dass man Pflanzen braucht, die auch Samen ansetzen. Und wie es der Zufall so wollte, hatten wir kurz vorher die Mischpflanzung „Sommerwind“ in unserer Gärtnerei am Parkplatz gepflanzt. Nebenbei gesagt auch eine schöne Mischung. Es war zeitiges Frühjahr und die Pflanzen erst kurz vor dem Blühen. Als die Blüten dann langsam ins Verblühen übergingen, habe ich mir einen täglichen Wecker gestellt um zu schauen, wie weit es schon ist. Nach ein paar Tagen habe ich dann ca. 1 Woche lang gesammelt. Ein großer Briefumschlag voll puscheliger Samen. Diesen haben wir, nach guter Väter Sitte, auf mehrere große Schalen ausgesät. Tatsächlich keimte die Waldanemone recht zügig. Aber sie ist kein schnell wachsendes Geschöpf. Als es gerade so ging, man ist ja auch ein bisschen ungeduldig, haben wir die Pflanzen pikiert. (Diese Arbeit geht im professionellen Gartenbau tatsächlich langsam aber sicher verloren.) Die einzelnen winzigen Sämlinge aus der Schale nehmen, vereinzeln und dann auf Jungpflanzenplatten setzen. Und wie ich später von ungeduldigen Kollegen erfuhr, die ähnlich vorgegangen sind (denn die Waldanemone war ja überall knapp), war es ein Segen, dass wir die Pflanzen pikiert haben. Das hat sie nämlich dazu angeregt schneller weiter zu wachsen und kräftige Jungpflanzen zu entwickeln. Das Schöne ist, dass wir jetzt viel mehr Jungpflanzen haben als früher, da wir aus unserem Bestand recht üppig ernten können und endlich mal Pflanzen zur Verfügung haben, wenn sie blühen.

Natürlich sollen auch die Vorzüge dieser bezaubernden Pflanze hier nicht unerwähnt bleiben. Die weißen, reichlich erscheinenden Schalenblüten mit ihren gelben Staubgefäßen wirken sehr edel. Auch die Samenstände, die wie ein explodierter „Puschel“ aussehen, machen eine gute Figur. Anemone sylvestris ist sehr anspruchslos, was den Standort angeht. Sie kann sowohl am Waldrand in eher absonnigen Bereichen stehen, aber auch in praller Sonne fühlt sie sich wohl. Wenn sie bei uns am Parkplatz blüht, ist sie immer ein Verkaufsschlager. Zu Recht, wie ich finde.