Das Immergrün hat oft nicht den besten Ruf. Oft höre ich: Ja, das wuchert in jedem Garten so vor sich hin. Wer das so von oben herab bemerkt, kennt nicht die Vorzüge dieses Bodendeckers.
Tatsächlich: er lebt und wächst an den widrigsten, trockensten, dunkelsten, schwierigsten Stellen unserer Gärten und bedeckt sie mit einem grünen Kleid mit hübschen Blüten im Frühjahr. Zuverlässig, Unkraut unterdrückend, reich blühend, Wurzeldruck vertragend und konkurrenzstark. Wird das Laub doch einmal unansehnlich, kann man es einfach zurückschneiden. Und bei der großen Auswahl an Sorten und Blütenfarben (Violett, Weiß, Rötlich) und Blattgrößen ist für jeden Geschmack etwas dabei. Wer meckert über diese Staude, der hat noch nicht im Frühling vor ihrem reichen Blütenteppich gestanden.
Einzig die Art Vinca balcanica kann ich nur mit Einschränkung empfehlen. Wo sie sich wohlfühlt, entwickelt sie einen geradezu imperialistischen Drang, den Garten zu erobern. Aber auch für sie gibt es Standorte in großen Gärten mit weitläufigen Schattenflächen, an denen sie sich austoben kann oder sogar soll.