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20.07.17

Taglilien Hemerocallis

Der Gründer der Gärtnerei hat Anfang des 20. Jahrhunderts einige Artikel in Möllers Deutsche Gärtner Zeitung geschrieben. Einige davon sind heute noch so aktuell wie damals. In loser Folge erscheinen hier einige Artikel. Hier finden Sie einen aus dem Jahre 1909.

Hemerocallis citrinaHemerocalils citrina

Von Heinrich Junge, Staudenzüchter in Hameln.

Eine wertvolle Bereicherung hat die Gattung Hemerocallis (Taglilie) durch die vor einigen Jahren aus China eingeführte schöne Art Hemerocallis citrina erfahren.

Es war im Sommer 1906, als ich auf der Rückreise von der Jubiläums-Ausstellung in Kassel mit mehreren Fachleuten aus Hannover den botanischen Garten in Göttingen besuchte und all die Seltenheiten unter den Stauden und unter den Wasserpflanzen, die mich besonders interessierten, in Augenschein nahm. Herr Gartenmeister Bonstedt machte mich auf eine just in Blüte stehende Hemerocallis citrina aufmerksam, eine hervorragend schöne Art mit lang gestreckten, schön duftenden, hell zitronengelben Blüten.

Selbstverständlich schaffte ich mir noch in demselben Herbst diese herrliche Staude an und zwar aus verschiednen Quellen. Seitdem ist ihre Blütenpracht in jedem Jahre meine besondre Freude gewesen.

Ich habe sie an drei verschiednen Stellen ausgepflanzt, überall mit gutem Erfolg. Auf dem feuchtesten Standort war, die Anzahl der Blüten fast doppelt so gross wie auf dem trockensten, und in diesem Sommer, in dem man über Wassermangel nicht klagen konnte, habe ich sogar bis fünfzig Blüten an einem Blütenstande im Juli und August sich nach einander erschliessen sehen.

Die wohlgelungene Abbildung lässt die edle Form der trichterförmig geöffneten Blüten zur Genüge erkennen.

Da die wachsartigen Blumen bei starkem Sturm leicht brechen, empfiehlt es sich, für die Anpflanzung einen vor Winden geschützten Standort zu wählen, wenn man die Pflanze in ihrer vollen Schönheit bewundern will. Die mit grasgrünen, linearischen Blättern belaubte Pflanze wächst geschlossener und aufrechter als Hemerocallis flava und entfaltet vom Juli an schlanken festen, oft meterhohen Stielen ihre mit zahlreichen Knospen versehenen 'Blütenstände', an denen sich bis zu fünfzig Blumen aufeinanderfolgend erschliessen.

Hemerocallis citrina hat sich hier in drei Wintern als, völlig hart erwiesen. Sie ist daher auch für Norddeutschland als eine der schönsten winterharten neuen Schmuckstauden zu empfehlen.

Die Hemerocallis Arten und Formen lieben im allgemeinen feuchten, schweren Boden. Werden sie im Herbst gepflanzt, so blühen sie zwar schon im darauffolgenden Sommer, aber erst im zweiten Jahr nach der Pflanzung entfalten sie sich zu voller Schönheit, die von Jahr zu Jahr zunimmt.

Nachschrift: Im neuesten Preisverzeichnis über Stauden (Nummer 112) der bekannten englischen Firma Perry in Enfield heisst es bei der Hemerocallis citrina „Eine sehr seltene Pflanze, obgleich ihr Name fast in jedem Katalog zu finden ist. Die echte Pflanze ist eine der schönsten Stauden, die es gibt, und blüht zu einer Zeit, in der Blumen etwas seltner werden. Die Blumen sind gross, kräftig zitronengelb und erscheinen im August und September in Menge. Durch ihre späte Blütezeit ist diese Art besonders wertvoll.“ Es scheinen demnach zwei verschiedene Pflanzen unter dem Namen H. citrina im Handel zu sein. - Die Redaktion

Mit einem Klick auf das Bild erhalten die den Artikel über Hemerocallis citrina im pdf-Format.

Hemerocallis citrina

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