Als Seerosen- und Wasserpflanzengärtner bekommt man mehr als einmal in der Garten- und Teichsaison die Frage gestellt, ob die alte Zinkwanne von Oma auch für einen kleinen Terrassenteich herhalten kann.
Teich in der Wanne oder im Halbfass
Die Antwort ist eindeutig: JA!
Allerdings darf man einen solchen Miniteich nicht wie einen normalen Teich behandeln. Hier ein paar Tipps.
1. Das Gefäß
Klassisch ist die Zinkwanne. Aber auch jedes andere Gefäß, wie z.B. halbe Weinfässer oder Maurerkübel sind möglich. Auch bei der Menge des Wassers gibt es keine Mindestgröße. Nur wenn Sie gerne eine Seerose unterbringen wollen, dann sollte es schon möglich sein, eine Wassertiefe von 25-30 cm zu erreichen.
2. Der Standort
Grundsätzlich kann der Teich auf jeder Terrasse oder sogar auf dem Balkon stehen. Ob er besser schattig steht oder in der Sonne hängt, auch vom Verwendungszweck ab. Wollen Sie den Miniteich mit einem kleinen Springbrunnen betreiben, dann kann er auch komplett im Schatten stehen. Soll eine Seerosen blühen, dann ist Sonne gefragt. Wichtig für möglichst klares Wasser ist, dass sich das Wasser nicht zu stark erwärmt. Denn je wärmer das Wasser, desto mehr Algen können wachsen. Hier muss unter Umständen auch mal per Hand bekämpft werden
3. Die Bepflanzung
Wir verkaufen vielfach Halbfässer mit einer Seerose für niedrigen Wasserstand und passend dazu ein bis zwei Wasserpflanzen. Zum einen gibt es Zwergseerosen, die einen Wasserstand von maximal 20 cm tolerieren. Die Zwerge sind botanisch Nymphaea pygmea mit den Sorten 'Alba', 'Helvola' und 'Rubra', die sehr schwachwüchsig sind. Wüchsiger und pflegeleichter sind die Halbzwerge (diverse Nymphaea). Diese können zum Teil bis 50 cm unter Wasser stehen, tolerieren aber auch Wasserstände um nur 20 cm. Wir empfehlen hier die folgenden Sorten: 'Froebeli', 'Perrys Baby Red' und 'Denver' .
Optisch passend in einem Miniteich empfehle ich zwei Wasserpflanzen: eine sollte aufrecht wachsen, die zweite eher etwas in die Breite gehen. Schöne Kombinationen sind z.B.
Zebrasimse und Sumpfdotterblume
Zwergrohrkolben und Fieberklee
gelbe Sumpf-Schwertlilie und Tannenwedel
Natürlich können die Pflanzen auch anders kombiniert werden.
Niedrige Pflanzgefäße können ebenso mit diesen Pflanzen bestückt werden. Wichtig ist nur, dass das Gefäß Wasser halten kann. Ich würde nicht unter 5 cm Wasserstand gehen, da man sonst zu oft Wasser nachlassen muss. Wenn die Wasserfläche groß genug ist und keine Seerose, die viel Wasseroberfläche beansprucht, im Weg ist, können auf einem runden Gefäß mit ca. 60 cm Durchmesser vier bis fünf Pflanzen gesetzt werden.
4. Teichtechnik
Besonders für kleine Gefäße ist in den letzte Jahren immer mehr Teichtechnik entwickelt worden. Ob es einfach nur plätschern soll oder eine kleine Fontäne emporsteigen soll, alles ist möglich. Man sollte allerdings bedenken, dass alles, was höher hinaus sprüht immer auch Spritzwasser mit sich bringt. Ein paar Tropfen auf der Terrasse machen nichts aus, aber man muss doch alle paar Tage Wasser nachfüllen. Wir haben z.B. Wasserspiele in Glockenform 12 Monate im Jahr laufen, auch bei Frost. Wichtig ist, dass diese besonders bei Minustemperaturen gut durchlaufen können. So können bizarre Eisbilder entstehen.
5. Überwinterung und Pflege
Wenn eine Seerose eingeplant ist, dann muss diese bei einer Zinkwanne oder einem Halbfass im Winter separat überwintert werden. Dazu wird die Seerose dem Gefäß entnommen und altes Laub wird abgeschnitten. Wichtig dabei ist das die Triebspritze nicht verletzt wird. Hier treiben im kommendem Jahr neue Blätter und Blüten aus. Die Seerose muss nicht absolut frostfrei überwintert werden. Sie kann an einem kühlen Ort in einem Eimer mit Wasser stehen, gut wäre nicht ganz dunkel. Das Wasser kann ruhig auch mal leicht einfrieren, nur die Seerose selber sollte keinen Frost abbekommen. Auch eine Überwinterung im Wintergarten ist möglich. Hier sollte man aber darauf achten, dass die Seerose erst wieder nach draußen kommt, wenn keine kräftigen Nachtfröste mehr drohen.
Die Wasserpflanzen selber sind recht unkompliziert in der Überwinterung. Die meisten sind so genügsam, dass Sie in einer flachen Schale oder gar in dem vorhandenen Gefäß mit etwas Wasserstand überwintert werden können. Sie sind vollkommen winterhart.
Nach den ersten Frösten sollte das alte braune Laub von diesen Pflanzen entfernt werden.
Das eigentliche Gefäß sollte entleert werden und auf dem Kopf die Winterzeit überdauern. Gefäße die sich nach oben öffnen können auch Eisdruck vertragen. Allerdings kann das auch in die Hose gehen. Besser ist die Entleerung.
Ein Miniteich mit 100-500 Litern benötigt proportional zur Größe etwas mehr Pflege als ein größerer Teich. Allerdings ist das meiste schnell getan. Verdunstetes Wasser muss regelmäßig nachgefüllt werden, evtl. entstehende Algen müssen abgefischt werden. Und zum Start in eine neue Gartensaison danken die Pflanzen auch eine Düngergabe mit Dünger für Wasserpflanzen.