Kletterpflanzen nehmen sowohl in der Natur als auch
in der Gartenarchitektur eine Sonderstellung ein. Viele von ihnen wachsen sehr hoch und sind trotzdem keine Bäume. Im Gegenteil: trotz ihrer großen Wuchshöhen benötigen sie nur sehr wenig Standraum. Die Ansprüche der vielfach
sehr verschiedenen Kletterpflanzen sind dabei sehr unterschiedlich Um diesen Ansprüchen gerecht werden zu können ist es wichtig, die gewünschte Pflanze und deren Wuchs- und Lebensform zu kennen.
Man unterscheidet bei den Kletterpflanzen vier Hauptgruppen:
1. Selbstklimmer
Kletterpflanzen dieser Gruppe benötigen keine Kletterhilfe. Sie halten sich mit Hilfe von Haftfüßen oder Haftscheiben am Untergrund fest.
Bsp.: Efeu ( Hedera )
Wilder Wein ( Parthenocissus tricuspidata )
Trompetenblume ( Campsis radicans )
Kriechspindel ( Euonymus fortunei )
Kletterhortensie ( Hydrangea petiolaris )
2. Rankende Arten
Diese Gruppe
hat umgebildete, berührungsempfindliche Blattorgane, die sogenannten Greif- oder Winkelranken, mit deren Hilfe sie sich an Gerüsten oder dergleichen festhalten kann.
Bsp.: Waldrebe ( Clematis )
Wicke ( Lathyrus )
Echter Wein ( Vitis )
3. Windende Arten
Diese Kletterpflanzen winden sich um Drähte oder andere entsprechende Vorrichtungen. Dabei unterscheidet man rechts- und linkswindende Pflanzen, die auch unbedingt in ihrer begonnenen
Richtung belassen werden sollten.
Bsp.: Hopfen ( Humulus )
Blauregen ( Wisteria )
Geißblatt ( Lonicera )
4. Spreizklimmer
Pflanzen dieser Art sind eigentlich keine richtigen Kletterpflanzen, sondern brauchen zum
Klettern spezielle Rankhilfen. Sie stützen sich mit Hilfe ihrer langen Triebe auf Klettergerüsten ab und erhalten durch Dornen, Stacheln oder Haare eine gewisse Stabilität.
Bsp.: Kletterrosen ( Rosa )
Brombeeren ( Rubus )